#16 Der Ursprung der Spaltung

Shownotes

Wir zerstören unsere Lebensgrundlagen, andere Arten, einander — und wissen es. Ist das einfach, wer wir sind? Diese Folge geht der Frage auf den Grund, indem sie zu den ältesten Schöpfungserzählungen zurückgeht, die wir kennen. Und sie landet bei etwas sehr Gegenwärtigem: einem anderen Verständnis von Führung.

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00:00:02: Intuitive Human, die Kraft menschlicher Intuition.

00:00:07: Neue Perspektiven auf Körperspiritualität und gesellschaftliche Verantwortung von und mit Alexandra Sorge nicht.

00:00:19: Hallo!

00:00:20: Und herzlich willkommen zu Intuitive human.

00:00:23: Willkommen nach der Sommerpause.

00:00:25: Ich habe hier bisher zehn Sohlefolgen gemacht und dann einige sehr spannende Gespräche geführt untereinander mit Hannes Jenickl Lisa Ortges, Katy Cleff Und ich fand, jetzt ist es mal wieder Zeit für eine Solofolge.

00:00:40: Ich habe ja viel darüber besprochen was das bedeutet Mensch zu sein über Intuition, über Wahrnehmung, Überbeziehung oder Abspaltung also darüber wie wir lernen uns von unserer eigenen Wahrnehnung und voneinander zu trennen oder wie wir das gelernt haben Das Patriarchat als das System, dass aus dieser Abspaltung Hierarchien macht.

00:01:01: Darüber habe ich gesprochen und auch darüber warum wir oft ganz genau wissen, dass etwas nicht stimmt und trotzdem nicht entsprechend handeln.

00:01:09: Und am Ende bin ich dann bei der Frage gelandet welche Systeme aus einem Menschenbild der Trennung entstehen?

00:01:17: Und welche Systemen möglichst werden wenn wir uns nicht mehr außerhalb begreifen sondern als Teil dessen was wir wahrnehmen und durch unser Handeln mitgestalten.

00:01:29: Heute gehe ich noch weiter zurück, denn bevor wir über Systeme sprechen, bevor wir Überführung sprechen, bevor wir überhaupt darüber sprechen, was ein intuitiver Mensch ist legt ja nochmal eine andere Frage Was glauben wir denn eigentlich?

00:01:49: Und ich finde, dass diese Frage aktuell wirklich gerade schwer zu umgehen ist.

00:01:53: Wir leben in einer Zeit massiver Zerstörung.

00:01:57: Wir zerstören Lebensgrundlagen, Ökosysteme, Arten einander.

00:02:02: Wir führen Kriege und wir bauen Technologien in einer Geschwindigkeit, in der unser ethisches Denken kaum hinterher kommt.

00:02:12: Wir wissen wirklich viel über die Folgen unseres Handelns und handeln trotzdem weiter so, als wüssten wir das nicht.

00:02:20: Irgendwann steht deshalb diese Frage im Raum?

00:02:23: Sind wir so?

00:02:24: Ist der Mensch ein Wesen, dass zwangsläufig beginnt seine Umwelt auszubeuten andere zu unterwerfen und schließlich die Bedingung zu zerstören von denen es selbst abhängig ist?

00:02:37: sind wir so?

00:02:39: Also es gibt dieser Erzählung, das Narrativ, dass der Mensch eben egoistisch ist.

00:02:43: Konkurrenzorientiert auf den eigenen Vorteil bedacht – deshalb brauche er Kontrolle, Gesetze und Hierarchie.

00:02:50: Macht über!

00:02:51: Sonst komme der Wolf im Menschen heraus.

00:02:55: Dieses Homo homini lupos.

00:02:58: Der Mensch is dem Menschen ein Wolf.

00:03:01: Ein etwas unfairer Satz den Wolfen gegenüber, oder?

00:03:03: Und vor allem steckt darin aber ein bestimmtes Menschenbild und Menschenbilder sind nun mal nicht harmlos.

00:03:10: Aus Menschenbildern bauen wir unsere Wirklichkeit!

00:03:14: Wenn ich glaube dass der Mensch im Kern gefährlich ist und nur durch Kontrolle in Schach gehalten werden kann Dann baue ich natürlich Systeme der Kontrolle.

00:03:24: Und diese Systeme bringen dann weder um Menschen hervor, die lernen innerhalb genau dieser Logik zu funktionieren und auch nur innerhalb dieser Logi zu funktionierend.

00:03:36: Das ist ein Kreislauf und kein Beweis für unser Wesen denke ich.

00:03:42: Deshalb stelle ich heute mal die Frage anders Was ist Schöpfung?

00:03:50: Nicht nur religiös, sondern ganz grundsätzlich.

00:03:53: Was bedeutet es dass etwas entsteht das vorher nicht da war?

00:03:59: Ein Mensch eine Idee Eine Beziehung eine Gemeinschaft ein Kunstwerk eine Erkenntnis und eben auch eine Zukunft?

00:04:09: Wir Menschen können ja nicht nur zerstören wir können schöpfen Und Es ist bemerkenswert wie unterschiedlich wir über beides sprechen.

00:04:18: Zerstörung wird ganz schnell zum Beweis für die menschliche Natur.

00:04:23: Schöpfung behandeln wir wie so eine Art Sonderleistung, das ist etwas für Künstlerinnen und Genis, für Erfinder, für Gründerinnen – ich halte es wirklich für eine Verzerrung!

00:04:35: Schöpfung ist keine Randkompetenz des Menschen.

00:04:40: Schöfffung erzählt etwas Grundsätzliches darüber wer wir sind Und ich habe vor einiger Zeit schon mal angefangen mir die ältesten Schöpfungserzählungen anzuschauen, die wir greifen können.

00:04:52: Da gibt es einen alten sommerischen Text über Enki und Ninmar.

00:04:56: da begegnet uns Nama eine Urmutter verbunden mit den ursprünglichen Wassern.

00:05:03: Nama das ist die Mutter, die die älteren Götter geboren hat.

00:05:08: Als die Götter über ihre Last klagen, nimmt Nama diese Not wahr und trägt sie zu Enki dem Gott der Weisheit.

00:05:18: Und dann wird der Mensch hervorgebracht aus Leben, aus dem Wasser des Abzu nicht als isolierter Akt eines einzelnen Schöpfers sondern in einem Geschehen aus Wahrnehmung Materie, Weiszeit, Zusammenarbeit und Geburt.

00:05:36: Und daran interessiert mich die Grammatik Also Wasser, Erde, Körper Beziehung Geburt.

00:05:44: Das ist nämlich für mich die Grammatik des weiblichen Prinzips.

00:05:49: Wie gesagt meine ich mit dem weiblichem Prinzip kein biologisches Geschlecht.

00:05:53: das habe in einer anderen Folge ausgeführt.

00:05:56: Ich meine ein bestimmtes Prinzip von Schöpfung.

00:05:59: Das weibliche Prinzip bringt hervor indem es trägt verbindet verwandelt und Form entstehen lässt.

00:06:10: Das schöpft mich aus Abtrennung, sondern aus Beziehung.

00:06:14: Es stellt nicht von außen etwas her.

00:06:17: Das weibliche Prinzip lässt etwas aus einem lebendigen Zusammenhang hervortreten und wir Menschen haben uns aber leider irgendwann angewöhnt Schöpfung mit Herstellung zu verwechseln Und das ist natürlich in keinster Weise dasselbe.

00:06:38: Herstellung beginnt mit einer Vorstellung davon, was am Ende herauskommen soll.

00:06:43: Ich habe ein Plan, ich habe Material und ich habe einen Ziel.

00:06:46: Und dann bringe ich das Material in die Form, die ich vorgesehen habe.

00:06:52: Schöpfung funktioniert anders!

00:06:56: Schöpfung bringt etwas hervor, dass vorher in dieser Form noch nicht da war – noch nicht mal im Geiste.

00:07:04: Und dafür muss ich in Beziehungen sein.

00:07:07: Ich muss wahrnehmen können, was da ist, was möglich ist und was entstehen kann ohne es kognitiv betreifend zu kommen.

00:07:15: Das heißt nicht dass Schöpfung ohne Willen ist aber der Wille ist nicht die einzige Ursprung.

00:07:22: In einer der letzten Folgen habe ich gesagt, Wille isst Antwort.

00:07:27: Da wird das noch einmal konkrete Schöpfung ist Antwort.

00:07:31: Schö?

00:07:31: Pfung entsteht aus Beziehung.

00:07:34: Ein weiblicher Körper macht dieses Prinzip ja sichtbar.

00:07:36: Ein weihblicher Körper kann etwas hervorbringen, dass nicht einfach eine Kopie ihres Selbstwestes etwas Eigenes entsteht und bleibt gleichzeitig in Beziehung zu seinem Ursprung.

00:07:51: Die Geburt ist dafür das radikalste körperliche Bild, das wir haben.

00:07:55: ein Mensch entsteht in einem anderen Menschen.

00:07:59: er wird eigen!

00:08:00: Er wird ein Gegenüber Und er beginnt seine Existenz trotzdem nicht außerhalb von Beziehung.

00:08:08: Auch in alten ägyptischen Schöpfungsvorstellungen begegnet uns dieses hervorgehen.

00:08:13: Atem tritt aus nunher vor, aus dem dunklen ungeformten Urwasser.

00:08:19: Leder ist der Anfang.

00:08:20: nicht ein fertiges Objekt das von außen entge gebaut wird sondern aus einem ursprünglichen Zusammenhang differenziert sich Form.

00:08:29: Schöpfung erzeugt also Unterschied ohne Beziehung zerstören zu müssen.

00:08:36: Und damit komme ich zur Frage, die unter dieser ganzen Folge legt – Wann?

00:08:41: Wann wurde aus Unterschied eigentlich Trennung?

00:08:45: und an der Stelle kommt Sophia ins Spiel.

00:08:49: Sophia heißt Weisheit.

00:08:52: in den gnostischen Kosmologien der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnungen wird die Frage nach Schöpfung noch einmal radikaler gestellt.

00:09:02: Wie kann aus dem einen überhaupt Vielheit entstehen?

00:09:08: Wie können aus göttlicher Einheit etwas hervorgehen, das eigen ist?

00:09:14: und viele dieser Systeme arbeiten mit dem Bild der Immal-Nation.

00:09:19: Etwas geht aus dem göttlichen hervor.

00:09:21: Schöpfung beginnt hier nicht mal, die beginnt mit Fülle!

00:09:24: Etwas ist so lebendig dass es sich ausdrückt, dass aus Einheit Differenz entsteht.

00:09:32: Und das, das ist etwas, dass erkenne ich.

00:09:35: Das ist was, was ich aus meiner eigenen Arbeit sehr gut kenne, was sich nämlich unter Reichtum verstehe wie ich Reichtumm auch auf Energieebene also intuitiv faktisch sehe.

00:09:47: Reichtumn ist nicht Anhäufung.

00:09:49: Schöpferische Fülle ist nicht, dass einer sehr viel hat und andere wenig.

00:09:54: Füllen sind eine Qualität die überfließt eine Fülle des Herzens, die ins Leben geht und vom Leben beantwortet wird.

00:10:03: Das ist was völlig anderes als Expansion, ne?

00:10:06: So vertical wie das häufig dargestellt ist.

00:10:08: Da hat einer ganz viel und die anderen hier sind die Normen oder das Mittelmaß, die haben ganz wenig.

00:10:13: Ja also das ist etwas ganz anderes als expansion.

00:10:16: Expansionen braucht mehr Raum, mehr Besitz, mehr Einfluss und letztlich auch mehr Kontrolle.

00:10:22: und Schöpfung aus Füllen bringt etwas hervor und bleibt in Beziehungen zu dem, was dadurch entsteht.

00:10:31: Und historisch ist das ganz spannend, weil Sophia war eine der ersten Emanationen in manchen Erzählungen.

00:10:38: und dann später bei Jahrhunderts später kippt die Sophia-Erzählung.

00:10:43: Es gibt nicht die eine genostische Sophia Geschichte.

00:10:45: es gibt unterschiedliche Schulen, unterschiedliche Texte, unterschiedlichere Kosmologien.

00:10:51: Aber eben in mehreren dieser Erzählungen wird genau Sophia's eigenständige schöpferische Bewegung.

00:10:58: Ich trete hervor und schöpfe dann selber.

00:11:03: Diese eigenständigen Bewegungen wird später irgendwann zum Problem,

00:11:06: z.B.,

00:11:07: in den Apokrüfen des Johannes.

00:11:10: da bringt Sophia aus sich selbst heraus etwas hervor ohne die Zustimmung des höchsten Geistes und ohne einen Partner.

00:11:21: Aus dieser Bewegung entsteht Jal de Barth, der Demiurk.

00:11:26: Der später die materielle Welt beherrscht.

00:11:30: und in valentinianischen Systemen wird Sophias Bewegungen nochmal anders erzählt.

00:11:35: Da ist es ihre Sehnsucht den unerkennbaren Ursprungs zu erkennen, die die Ordnung des Plemoras erschüttert.

00:11:44: Mich interessiert das Muster dahinter.

00:11:48: Die Geschichten unterscheiden sich ja Aber das Muster interessiert mich.

00:11:53: Sophia ist ein Weisheit, Sophia will erkennen.

00:11:57: Sophia schöpft, ne?

00:11:58: Die bringt hervor und ihre eigenständige Bewegung wird irgendwann in den sich verändernden Narrativen zur Störung der Ordnung – da werde ich hellhörig!

00:12:09: Denn plötzlich isst schöpferische Eigenbewegungen nicht mehr einfach ausdruckgöttlicher Fülle.

00:12:15: Die bekommt einen Fehler.

00:12:17: Sie wird also so was wie eine Grenze oder sogar ein Fall, Sophias Fall.

00:12:22: Und das erinnert uns natürlich an eine andere Erzählung die in unserer Kultur sehr viel stärker geprägt ist nämlich Eva also wieder eine weibliche Figur, wieder Erkenntnis, wieder eine Grenzüberschreitung, also Anmaßung, Hybris.

00:12:38: und wieder verändert sich dadurch die Ordnung und wieder folgt Sanktionen, also Strafe.

00:12:46: Sophia und Eva, die sind Religionshistorisch nicht dieselbe Geschichte noch mal.

00:12:51: Aber mich interessiert das Muster.

00:12:53: Geschichten sind ja Menschen gemacht.

00:12:56: Also wann beginnt der Mensch?

00:12:58: Die schöpferische Kraft selbst zu fürchten!

00:13:02: Wann wird aus einer Kraft...die Leben hervorbringt eine Kraft, die kontrolliert werden

00:13:07: muss?!

00:13:08: Wann wirst du aus Erkenntnis hybris und als Schöpfung ungehorsam?

00:13:13: Und wann wird dann...?

00:13:15: Und in dem Kontext aus Differenz, Spaltung.

00:13:20: Denn Differens an sich ist ja nicht Spaltung!

00:13:22: Differenz ist Voraussetzung von Schöpfung – ohne Unterschied entsteht nichts Neues.

00:13:28: Ohne ich und du gibts keine Beziehung, ohne Eigenheit gibt es hier auch keinen Gegenüber und ohne Differenc gibts überhaupt sowieso keine Wahrnehmung.

00:13:38: Spaltung beginnt da wo die Beziehungen abreißt.

00:13:42: Woaus Unterschied?

00:13:44: Über- und Unterordnung wird aus Gestaltung Zugriff, aus Autorität Herrschaft.

00:13:50: Aus Erkenntnis Kontrolle.

00:13:52: Aus Schöpfung sowas wie Aneignung Ist Spaltungen vielleicht das Gegenteil von Schöpfung?

00:13:58: Schö Pfung differenziert ohne den Zusammenhang zu zerstören.

00:14:02: Spaltung trennt und tut anschließend so als hätte das Getrennte nie in Beziehung gestanden.

00:14:09: Ja und da komme ich zurück zu dem, worüber ich in den ersten zehn Sohle folgen gesprochen habe.

00:14:14: Patriarchat ist für mich die Institutionalisierung von Abspaltung Das Patriarchate verändert nicht nur wer Macht hat sondern das verändert auch die Vorstellung davon was Schöpfung überhaupt isst.

00:14:26: Schöpfung wird Herstellung Aus hervorbringen wird produzieren aus Beziehungen wird Kontrolle aus Fülle wird Wachstum dass immer weitergehen muss Aus Verantwortung wird Durchsetzung.

00:14:39: Mich interessiert die Frage nach der Schöpfung eben auch nicht als archäologisches Thema oder religionsgeschichtlich ist, ne?

00:14:46: Ich finde das ist eine Frage unserer Gegenwart denn diese Logik, die organisiert unsere Wirtschaft und unsere Politik, unsere Vorstellungen von Erfolg und in den allermeisten Fällen eben auch unsere Vorstellung von Führung.

00:15:00: Führungen in diesem alten Modell, die funktioniert eben so ein Mensch weiß genau wo es hingehen soll Er setzt ein Ziel, der organisiert Ressourcen und er bewegt andere Menschen in diese Richtung.

00:15:11: Und wenn Widerstand entsteht braucht er Durchsetzungsstärke – das nennen wir dann Führungskompetenz.

00:15:19: Das halte ich für ein erstaunlich armes Verständnis von Führungen.

00:15:23: Führing ist nicht Durchsetzung, Führerung ist Schöpfung.

00:15:28: Fährung ist die Fehligkeit Bedingungen herzustellen unter denen etwas Lebendiges entstehen kann.

00:15:35: Das heißt, meine Aufgabe besteht ja nicht daran Menschen in die Form zu bringen, die ich für richtig halte.

00:15:42: Meine Aufgabe als Führende ist es wahrzunehmen was in einem System möglich ist, was entstehen will, was verhindert wird welche Fähigkeiten vorhanden sind wo etwas vielleicht noch keine Sprache hat oder der Mut fehlt und auch wo Konflikt mal gehalten werden muss, damit nicht nur wieder das Bekannte reproduziert wird.

00:16:08: Das ist ja nicht weich, dass zu können und es auch nicht weniger in der eigenen Autorität stehen – im Gegenteil, das braucht enorme Klarheit um einen Raum zu halten ohne ihn zu kontrollieren!

00:16:24: Das braucht Autoritet ohne Dominanz Richtung ohne Unterwerf von der Wirklichkeit Entscheidung, ohne Abspaltung von Beziehung.

00:16:36: Und das klingt ja jetzt alles so sehr gut und ich führe ja seit über zwanzig Jahren Teams und auch Gruppen – ich leite auch Gruppen – seit sogar über fünfzwanzig Jahre und natürlich konnte ich das zu Anfang ehrlich gesagt überhaupt nicht und ich kann es auch jetzt zum Teil natürlich nicht perfekt.

00:16:59: Ich musste lernen dass ich diese Klarheit haben darf.

00:17:04: Ich hatte immer so das Gefühl, ich darf nicht zu dominant sein und bin dann immer wieder in Situationen gelandet wo es überhaupt nicht in die Richtung ging, die ich für mein Unternehmen mir vorgestellt hatte und konnte dann die Leute überhaupt nicht mehr sozusagen auch einfangen also ein wirklich funktionierendes System einbinden weil ich mir das nie erlaubt habe, wirklich zu sagen okay Leute, dass ist die Linie.

00:17:31: Da sehe ich und wer möchte welche Rolle darin haben?

00:17:36: Und kannst du denn auch mitgehen und auch angesprochen hat wenn ich gesagt... Wenn ich gesehen hab da will jemand was ganz anderes als ich.

00:17:43: Das passt überhaupt nicht!

00:17:44: Habe ich viel zu spät angesprochen.

00:17:47: Das darf man wirklich lernen, diese Form der Klarheit sich auch zuzugestehen.

00:17:53: Vielleicht ist Männer noch mal eher eine Durchsetzungsstärke erlaubt?

00:17:57: Aber Frauen haben häufiger womöglich gelernt auf einer Beziehungsebene für eine Harmonie zu sorgen und vergessen aber dabei dass sie schon durchaus die Autorität sind.

00:18:08: Wie geht das denn dann ein Team mitzunehmen und es A nicht zu beherrschen oder B sich selber auch nicht zum Lacken des Teams zu machen.

00:18:17: Ja, das war für mich wirklich ein großer Lernprozess und ich habe da in den letzten Jahren noch mal sehr viel dazugelernt und bin froh selbst eine gute Form der intuitiven Führung entwickelt zu haben die wirklich auf Beziehungspflege, auf klares Inbeziehungsein beruht.

00:18:38: Und dieses Inbeziehungsein in der Führung, das ist für mich intuitive Leadership oder es umfasst einen großen Teil von intuitive leadership.

00:18:47: Nicht das Gefühl dem ich einfach folge, Intuition als Gefühl dem Ich einfach Folge sondern die Fähigkeit wahrzunehmen was sich in einem komplexen Zusammenhang zeigt diese Wahrnehmung zu halten und zu unterscheiden Verantwortung dafür zu übernehmen für das was ich sehe und wahrnehme und auch für dass was mir wichtig ist Und das aus diesem Bewusstsein heraus handeln.

00:19:12: Das ist für mich Schöpfung und darunter, da liegt ein anderes Verständnis von Menschen drunter.

00:19:19: ja wir nennen uns Homo Sapiens den weißen Menschen.

00:19:24: Das isst wenn man sich unsere Gegenwart anschaut mindestens eine ambitionierte Selbstbeschreibung würde ich mal sagen.

00:19:33: Wir haben ja Wissen unfassbar viel Wissen.

00:19:36: Wir wissen, was mit dem Klima geschieht gerade.

00:19:39: Wir wissen sehr viel über unsere Ökosysteme, über Trauma, über Macht oder Gewalt und über Ungleichheit.

00:19:45: Wir können Gene verändern, künstliche Intelligenzen bauen und komplexeste Systeme berechnen.

00:19:52: Unser Problem ist ja offensichtlich nicht mehr – das wird so wenig wissen!

00:19:56: Zumindest zum großen Teil ist es nicht das Problem.

00:19:59: Das Kernproblem von uns aktuell in dieser Zeit ist das Wissen und Handeln auseinanderfallen, dass Wahrnehmung und Verantwortung auseinandersfallen.

00:20:08: Das Macht- und Beziehungen auseineinanderfallen.

00:20:13: Und genau in dem Moment, in dem wir anfangen Intelligenz selbst zu bauen wird.

00:20:19: diese Lücke finde ich ganz schön gefährlich!

00:20:23: Und deshalb halte ich die Frage nach künstlicher Intelligenz nicht für die größte Frage unserer Zeit.

00:20:28: Die größere Frage ist doch, was für ein Mensch dieser Intelligenze gegenübersteht?

00:20:33: Ein Mensch der seine Wahrnehmung abspaltet wird mit mehr Macht mehr zerstören können.

00:20:39: Ein Mensch, der sich als außerhalb begreift, wird mit besseren Werkzeugen wirksamer zugreifen können!

00:20:47: Ein Mensch, der Schöpfung mit Expansionen verwechselt wird auch mit künstlicher Intelligenz vor allem eins machen schneller expandieren.

00:20:56: Das sehen wir ja auch wenn wir Elon Musk über die Zukunftschwärmen hören.

00:21:01: ist das nicht etwas was in Beziehung zum Leben ist.

00:21:04: Das heißt die eigentliche Entwicklung die jetzt ansteht ist nicht nur technologisch die ist anthropologisch Homo intuitivus.

00:21:14: Nicht als neue biologische Spezies, sondern als ein anderes Menschenbild ist mein Vorschlag.

00:21:19: Ein Mensch der Wahrnehmung nicht mehr von Handlung trennen kann.

00:21:23: Der sich nicht außerhalb des Lebens stellt dass er verändert auf das Er-Einfluss nimmt.

00:21:29: Der Unterschied aushält ohne daraus Spaltung machen zu müssen.

00:21:36: ohne das, woraus er schöpft zu zerstören.

00:21:44: In einer Zeit in der Maschinen immer mehr von dem übernehmen können was wir bisher Intelligenz nennen wird eine andere menschliche Kompetenz entscheidend nicht nur zu wissen was möglich ist sondern wahrzunehmen was dem Leben dient Nicht nur Realität verändern zu können Sondern im Beziehung zu der Realität zu bleiben, die wir verändern.

00:22:10: Und dann verändert sich auch die Frage vom Anfang sind wir Menschen schöpferisch oder zerstörerisch?

00:22:18: Wir sind schöpfersch!

00:22:20: Genau deshalb können wir ungeheuer zerstört sein denn auch Zerstörung braucht Gestaltungskraft Technik Fantasie Organisation Macht.

00:22:30: Da gibt es ja viele Beispiele für im Moment.

00:22:32: Die Frage ist ja nicht ob wir schöpfen.

00:22:35: Die Frage ist, aus welcher Beziehung herauszuschöpfen?

00:22:39: Aus Mangel oder aus Fülle.

00:22:42: Aus Kontrolle oder aus Wahrnehmung.

00:22:46: Aus Abspaltung oder aus Beziehungen, aus Durchsetzung oder aus Verantwortung?

00:22:55: Wir stehen aktuell nicht nur zwischen Mensch und Maschinen.

00:22:58: wir stehen zwischen zwei Bildern davon was ein Mensch überhaupt isst.

00:23:05: Homo sapiens hat sich selbst den weisen Menschen genannt.

00:23:11: Homo intuitivus müsste anfangen, Weisheit zu verkörpern und wenn Führung wieder Schöpfung wird dann beginnt genau da eine andere menschliche lebendige Zukunft.

00:23:31: Vielen Dank fürs Mitdenken!

00:23:32: Und bis zum nächsten Mal.

00:23:40: Das war Intuitive Human, die Kraft menschlicher Intuition.

00:23:44: Von und mit Alexandra Sorge nicht!

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