#9 Alles in Beziehung. Auch du.

Shownotes

Intuitive Human – Die Kraft menschlicher Intuition

Neue Perspektiven auf Körper, Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung Mit Alexandra Sorgenicht

Spiritualität ist keine Wohlfühlzone. Sie ist eine Frage von Bewusstsein, Ethik und Verantwortung.

In INTUITIVE HUMAN geht es um die zentrale menschliche Fähigkeit, Zusammenhänge wahrzunehmen, bevor sie vollständig erklärbar sind: Intuition.

Nicht als diffuse Idee, sondern als verkörperte Erkenntniskompetenz. Nicht als Rückzug aus der Welt, sondern als Grundlage für Haltung und Handlung.

Dieser Podcast verbindet Körperbewusstsein, spirituelle Traditionen und gesellschaftliche Analyse. Er untersucht, wie religiöse Narrative, patriarchale Strukturen und koloniale Denkweisen unsere Wahrnehmung geprägt haben – und warum die Entkopplung von Spiritualität und Verantwortung bis heute Missbrauch und Machtkonzentration begünstigt.

Im Zentrum steht Intuition als Future Skill. In einer Welt, die komplexer, fragmentierter und konflikthafter wird, kommen wir mit kognitiver Analyse nicht mehr aus. Wir brauchen die Fähigkeit, ethische Orientierung aus verkörperter und bewusster Wahrnehmung zu entwickeln.

Intuitive Human bewegt sich an der Schnittstelle von:

Spiritualität und politischer Verantwortung feministischer Analyse und historischer Machtanalyse Trauma, Körper und kollektiver Prägung Religion, Hierarchie und institutionalisierter Autorität Intuition als Grundlage von Führung und gesellschaftlicher Gestaltung

Dieser Podcast richtet sich an Menschen, die Spiritualität nicht konsumieren, sondern hinterfragen. An Menschen, die patriarchale Muster erkennen – im Außen und im eigenen Inneren. An Menschen, die Verantwortung nicht delegieren wollen.

Intuition ist keine private Ressource. Sie ist eine kulturelle Kompetenz.

Und vielleicht ist sie die Fähigkeit, an der sich entscheidet, wie wir Zukunft gestalten.

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Buch: https://alexandrasorgenicht.com/buch-intuition/

Transkript anzeigen

00:00:02: Intuitive

00:00:03: Human – die Kraft menschlicher Intuition.

00:00:07: Neue Perspektiven auf Körperspiritualität und gesellschaftliche Verantwortung von und mit Alexandra Sorge.

00:00:13: nicht Willkommen, herzlich willkommen zu Intuitive human.

00:00:23: In der letzten Folge habe ich über Wirklichkeit nachgedacht insbesondere darüber dass sie per Definition relational ist also in Beziehung entsteht Und dass Intuition darin eine zentrale Rolle spielt, weil sie uns Beziehung zu Phänomenen ermöglicht die kognitiv nicht vollständig greifbar sind.

00:00:41: Wenn Wahrnehmung nicht einfach etwas ist das in uns entsteht wenn Sie sich nicht volländig erklären oder kontrollieren lässt sondern sich im Kontakt präzisiert dann geht es ja nicht mehr nur um die Frage wie wir erkennen Dann geht es auch oder vor allem um die frage wer wir überhaupt sind.

00:00:57: Im Allgemeinen gehen wir selbstverständlich davon aus, dass wir als Menschen in gewisser Weise zuerst da sind.

00:01:03: Dass es so etwas gibt wie ein stabiles Ich das wahrnimmt entscheidet und handelt.

00:01:08: Ein Zentrum von dem aus wir uns in die Welt hinein bewegen und auf sie reagieren.

00:01:13: Und dieses Bild funktioniert ja auch in vielen Bereichen erstaunlich gut, solange wir uns in Kontexten bewegen die berechenbar sind.

00:01:20: Gleichzeitig gibt es hier auch die Momente und die Erfahrungen, die sich diesem Modell völlig entziehen – also Momente, in denen etwas klar ist ohne dass wir sagen könnten wie wir darauf gekommen sind.

00:01:31: Situationen, in dem sich etwas verschiebt einfach weil wir in Kontakt sind oder auch Entscheidungen, weil etwas in uns nicht mehr anders kann.

00:01:45: Und das sind keine Randphänomene, das sind Hinweise darauf, dass das Modell von Messbarkeit und rationaler Herleitung von Wirklichkeit nicht ausreicht.

00:01:57: Wahrnehmung lässt sich nicht erzeugen die entsteht nicht auf Abruf – und die gehört uns auch nicht!

00:02:02: In dem Sinne, dass wir jetzt frei darüber verfügen könnten.

00:02:05: Das gibt Momente, in denen Wahrneemungen da ist sehr klar und gleichzeitig eben nicht herleidbar.

00:02:13: Und dann beginnt meistens etwas, das wir alle gut kennen – wir erklären uns das für ordentlich ein-, wir übersetzen das wahrgenommenen in etwas, dass zu dem passt was wir ohnehin schon wissen, was wir uns also erklären können.

00:02:25: Wahrnehmung entsteht ja im Kontakt in der Begegnung mit einem anderen Menschen, generell mit anderen Menschen.

00:02:31: Mit einer Situation oder eben auch mit Energie und etwas das sich nicht vollständig kontrollieren oder vorwegnehmen lässt.

00:02:38: Und ich spreche hier von intuitiver Wahrnehnung also von dieser Form von Wahrnehmungen die sich nicht aus Denken ableitet sondern sich zeigt bevor wir sie einordnen.

00:02:47: Ich nehme also nicht einfach war was ist?

00:02:49: Ich bin in Beziehung zu dem was ist etwas, das weder vollständig aus mir kommt noch vollständiger außerhalb von mir liegt.

00:03:00: Und wenn Wahrnehmung auf diese Weise geschieht stehe ich natürlich nicht außerhalb dessen was ich erkenne sondern ich bin mittendrin.

00:03:08: Das heißt also auch da wird ganz deutlich dass Wahrnehnung nicht einfach eine Frage von Klarheit ist sondern es geht auch und vielleicht auch vor allem darum was passiert wenn ich sehe.

00:03:20: Wahrnehmung bleibt ja nicht folgenlos.

00:03:22: Sie positioniert mich.

00:03:24: Zum Beispiel tut die das in Beziehungen, im Zusammenhängen, in denen etwas gilt was nie ausgesprochen wurde.

00:03:31: In jeder Beziehung gibt es so implizite Regeln Erwartungen, Rollen und Form von Übereinstimmung, die tragen So lange sie nicht sichtbar werden Und das betrifft ja nicht nur die anderen Ja, die diese Regeln machen Sondern natürlich genauso mich selbst.

00:03:45: Intuitive Wahrnehnung die bewegt sich nicht innerhalb dieser Ordnung von diesen impliziten Regeln, die zeigt.

00:03:53: Und oft zeigt sie mehr als in diesem Moment integrierbar ist.

00:03:57: Wenn ich mich jetzt daran orientiere an der intuitiven Wahrnehmung dann verschiebt sich oftmals meine Position und ich bleibe nicht mehr vollständig in dem was gegolten hat.

00:04:07: Das ist wichtig weil da ein Risiko auch liegt.

00:04:09: Zugehörigkeit entsteht ja auch daraus dass wir uns so implizite Strukturen halten und sobald die Wahrnehmung in diese Struktur hinein wirkt, verändert sich etwas.

00:04:21: Ich kann mich womöglich nicht mehr in gleicher Weise einfügen wie zuvor oder auch ich kann womöglich mein Selbstbild aufrechterhalten.

00:04:30: Und auch das hat Konsequenzen für Zugehörigkeit womöglich.

00:04:34: Das heißt also noch mal Wahrnehnung verschiebt also nicht nur meinen Verständnis und meine Perspektive sondern womöglich auch meine Positionen beschränkt sich ja nicht nur auf zwischenmenschliche Beziehungen.

00:04:45: Intuitive Wahrnehmung setzt mich per se in Beziehung zu dem, was ich nicht vollständig erklären lässt.

00:04:51: Solange wir das Göttliche als etwas, das ausschließlich außerhalb von uns ist denken, bleibt die Beziehungs- zum Göttlichen einseitig.

00:04:58: und in dem Moment aber, indem wir die Intuition als Stimme der Seele die intuitive Wahrnehnemung ernst nehmen, verschiebt sich das?

00:05:06: Dann bin ich Teil dieser Beziehunge.

00:05:07: Ich bin natürlich nicht der Ursprung, innerhalb dieses Feldes und ich antworte.

00:05:14: Jetzt ist das ja nicht selbstverständlich, dass wir uns so denken als Mensch eben in Beziehung zum Göttlichen oder sogar zum Teil Selbstgöttlich.

00:05:23: Vorsichtig gesagt ist das nicht selbstverständlich.

00:05:26: Das ist ja in vielen religiösen Kontexten, sicherlich in allen etablierten Religionen problematisch oder sogar gilt als Hybris sich selbst im Beziehung zum Gottlichen zu setzen.

00:05:36: und das Spannende ist ja dass wir gleichzeitig in Strukturen leben in denen der Mensch Selbstverständlich davon ausgeht, dass er sich über die Welt stellen kann.

00:05:45: Und für mich liegt genau darin die eigentliche Hybrise Darin dass wir uns dieser Beziehungen entziehen Gleichzeitig so handeln, als hätten wir das Recht aus einem isolierten Willen heraus eine Wirklichkeit zu gestalten wie viel mehr beeinflusst, als wir rational überhaupt erfassen können.

00:06:04: Wenn ich aber jetzt mich ernst nehme mit meiner intuitive Wahrnehmung und was sie auch bedeutet für meine Beziehung zum Göttlichen dann gibt es keinen Punkt mehr, an dem ich mich aus der Verantwortung für mein Inbeziehungsein heraussehen könnte.

00:06:20: Das heißt ja auch das in dem Moment, in dem ich wahrnehme nicht nur Klarheit entsteht sondern in gewisser Weise auch eine Notwendigkeit.

00:06:26: Ich kann mich natürlich dazu verhalten zu dem was ich wahrnehme und gleichzeitig bin ich ja schon Teil dessen was sich bewegt.

00:06:34: Wir sind ja gewohnt im bisherigen Menschenbild den Willen als etwas Eigenständiges zu verstehen also als Ausdruck eines inneren Kerns weiß, was er will und daraus heraus entscheidet.

00:06:45: Und das Verständnis basiert ja darauf, dass ich außerhalb dessen stehe, worauf ich mich beziehe.

00:06:51: Wenn meine Wahrnehmung mich aber jetzt in Beziehungen setzt dann ist auch mein Wille nicht unabhängig.

00:06:56: der kann dann nie der Ursprung sein oder so gesehen sein sondern mein Willes ist immer die Antwort.

00:07:02: Einmal ganz klar, dass... Ich meine damit nicht, dass sich keinen Einfluss habe über meinen Willen im Gegenteil.

00:07:07: Was ich meine es, dass mein Einfluß nicht aus Trennung entsteht sondern aus Beteiligungen.

00:07:13: Ich bin nicht diejenige, die von außen entscheidet.

00:07:16: ich bin Teil eines Zusammenhangs in dem etwas in Bewegung kommt und durch mich hindurch Handlung wird.

00:07:24: Freiheit hat in diesem Kontext natürlich eine ganz andere Bedeutung also nicht Unabhängigkeit, sondern die Fähigkeit auf das zu antworten was sich zeigt ohne mich davon trennen zu müssen.

00:07:36: Und das heißt ja auch, dass Verantwortung nicht erst im Nachhinein entsteht sondern bereits enthalten ist in dem Moment indem ich wahrnehme und natürlich indem ich antworte.

00:07:48: Wenn ich das weiter denke... Das betrifft ja nicht nur das was wir tun Sondern das Was wir als Mensch oder wer wir als mensch überhaupt sind.

00:08:00: Wir sind ja nicht die einzige Spezies die überbewusstsein verfügt.

00:08:03: es gibt soweit ich das weiß, Hinweise darauf dass andere Lebewesen zum Beispiel Wahle in einer Form von Verbundenheit mit dem größeren Zusammenhang indem sie existieren stehen die wir Menschen möglicherweise gar nicht vollständig erfassen können.

00:08:19: Der Unterschied zu anderen Spezies liegt also nicht darin, dass nur der Mensch Zugang zur Bewusstsein hätte.

00:08:24: Der unterschied zumindest nach dem aktuellen Kenntnisstand, der liegt darin dass der Mensch kognitiv auf dieses Bewusstseins zugreifen kann.

00:08:32: Ich kann wahrnehmen, dass ich wahrnehme.

00:08:35: Ich kann erkennen das sich etwas zeigt und ich kann mich dazu verhalten!

00:08:40: Ich kann mich öffnen oder verschließen, ich kann abwehren oder ich kann integrieren.

00:08:45: Der Mensch ist nicht außerhalb – er is ein Knotenpunkt Ein Ort an dem Bewusstsein Wahrnehmung Beziehungen und Handlung zusammenlaufen und sich verdichten.

00:08:55: Und da komme ich nochmal zurück zu diesem religiösen Verständnis vom Göttlichen, das noch von Trennung und Abspaltung geprägt ist.

00:09:04: Also den etablierten Religionen in denen das Göttliche außerhalb verortet wird als Instanz die über den Menschen steht – ist es wie gesagt so dass Man schnell zumindest als anmaßend wahrgenommen wird, wenn man das in Frage stellt diese Trennung.

00:09:20: Und es ist ja so spannend dass der Mensch sich diese Position des Über-der-Weltstehen anmast.

00:09:26: Wir greifen ein wir gestalten um und wir nutzen vor allen Dingen Ressourcen als gäbe es kein Morgen Als wären wir nicht Teil dessen worauf wir da einwerfen.

00:09:35: Wir treffen Entscheidungen mit unheimlich weitreichenden Konsequenzen nehmen uns tatsächlich nicht wahr als Bestandteil dieser Konsequenzen.

00:09:45: Wenn wir das integrieren, dass Wahrnehmung relational ist und dass intuitive Wahrneemungen wesentlich sind dann entsteht eine Verschiebung im Verständnis von Menschen weil wenn ich nicht getrennt bin und mein Handeln in alle Zusammenhänge in denen ich stehe hineinwerke dann ergibt sich ja daraus eine Konsequent die wir jetzt nicht mehr relativieren können.

00:10:08: Wenn ich ernst nehme, dass sich nicht getrennt bin.

00:10:10: Dass ich verbunden bin.

00:10:12: Das alles was ich wahrnehme und gestalte relational ist dann muss sicher auch mein Selbstbild verschieben.

00:10:20: also ich bin es dann eben natürlich kein stabiler Punkt mehr Ich bin das Punkt sondern ich bin Es dann fluider ist eine Bewegung in gewisser Weise eine Form von Beteiligung, die sich in dem zeigt.

00:10:33: Was ich wahrnehme und wie ich auf das, was ich intuitiv wahrnehmere, antworte.

00:10:38: Also Ich bin nicht getrennt – ich bin beteiligt!

00:10:41: Und dass nicht nur auf zwischenmenschlicher Ebene oder auch nicht nur der Ebene ich und das,was mich umgibt, die lebende Welt sondern eben auch im Bezug auf das Göttliche.

00:10:53: Da komme ich nochmal zurück auf das was ich in der ersten Episode erzählt habe nämlich meine erste Idee die hatte wie der Titel von mein erstes Buch lauten sollte, du bist Gott.

00:11:04: Also übernimm nicht auch

00:11:05: so.".

00:11:07: Und nochmal – also vielleicht für die, die diese erste Folge nicht gehört haben?

00:11:11: Ich meine damit keineswegs eine Überhöhung des Menschen!

00:11:14: Sondern was ich damit ansprechen möchte ist ein Bewusstsein für Demut und Verantwortung.

00:11:19: Das Menschenbild, das daran steckt, bezieht sich ja nicht nur auf das, wie wir uns selbst verstehen sondern auch, wie wew die Welt organisieren.

00:11:29: Ja, wir sind nicht getrennt.

00:11:31: Wahrnehmung ist Beziehung und Handlung ist immer Mitgestaltung.

00:11:35: Das kann ja nicht folgenlos bleiben für die Strukturen in denen wir leben Und die Strukturen, in denen wir aktuell leben – diese Systeme sind ja nicht nur unzureichend.

00:11:43: Es zeigt sich an den letzten Monaten mehr als offensichtlich.

00:11:45: Die sind nicht nur unreichend, sie sind faktisch falsch gebaut.

00:11:49: Diese Systeme, in der wir Leben sind aus Trennung entstanden und genau deshalb tragen Sie nicht mehr?

00:11:54: Dann ist die Frage ja wie müssten Systeme aussehen, die die Intuition oder das intuitive Sein integriert haben, die also nicht mehr auf Trennungen beruhen?

00:12:04: Wie müssten Bildung, Wirtschaft und Führung gestaltet sein wenn Sie davon ausgehen, dass der Mensch nicht außerhalb steht sondern generell beteiligt ist.

00:12:14: Was verändert sich an unserem Zusammenleben wenn wir diese Form von Beteiligung über die ich heute nachgedacht habe?

00:12:20: Nicht länger ignorieren, sondern zur Grundlage machen!

00:12:24: Darüber geht es in der nächsten Folge.

00:12:26: Ich danke dir fürs Mitdenken heute und ich freue mich wenn du in der nächste Woche zu der vorerst letzten Solo-Folge von mir wieder dabei bist.

00:12:35: Bis dahin sei gut zu dir.

00:12:40: Das war Intuitive Human, die Kraft menschlicher Intuition.

00:12:44: Von und mit

00:12:45: Alexandra Sorge nicht!

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